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2007

Meine Lieben,

Geht es Euch gut? Ich hoffe doch! Ihr müsst wissen, dass ich zwar nicht weiß, wer mich da besuchen kommt an diesem kleinen Ort in diesem großen virtuellen Netzwerk. Aber da es im vergangenen Jahr rund 7000 waren, so weiß ich doch, dass sich einige Menschen für das  interessieren, was ich hier so treibe – in meiner kleinen Songschreiber-Welt. Und das freut und motiviert mich weiter zu machen. Mit dem Nachdenken, dem Musizieren, dem Schreiben. Ich danke Euch!

Geht es Euch dieses Jahr auch so? Es weihnachtet kaum. Die Tage werden zwar kürzer, immer noch, und der Biorhythmus ist auf Winter umgestellt, aber von Vor-Weihnachten krieg ich kaum was mit. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich mich den Geschäftsstraßen nicht so oft aussetze. Theoretisch müsste man ja eigentlich nur noch zu den Discountern auf die grüne Wiese. Die haben ja inzwischen alles. Täglich ist meine Zeitung zwar relativ inhaltsleer, aber dafür voll von bunten Hochglanz-Werbeangeboten. So wie das aufgemacht ist sind das ja die reinsten Glücksversprechen. Da kannst du langsam alles kaufen, von Laubsauger und Fallschirmsprung über Hörbücher , Angel- und Golfausrüstung bis hin zu Weihnachtsbaum und Weihnachtsbraten. In einer kapitalistischen Gesellschaft, die sich immer mehr in Arm und Reich spaltet wahrscheinlich eine zwangsläufige Entwicklung. Jedenfalls werdet Ihr meine CDs niemals beim Discounter bekommen, trotz des günstigen Preises. Soviel ist sicher!

Apropos: Alles ist im Kasten, habe eben mit Harry das Booklet endgültig fertig gemacht. Ich finde es großartig, Harry ist ein Meister des Designs. Die Master-CD liegt schon seit zwei Wochen bei mir rum und wartet auf ihre Multiplikation. Micha Meller hat Mix und Mastering sozusagen in last-minute-Manier abgewickelt, in seinem Studio standen bereits die gepackten Umzugskartons. Viel Glück im neuen Heim, Micha, ich bewundere Deine Gelassenheit. In dir muss Indianerblut fließen!

Ende Januar wird es dann soweit sein. Die neue ist über ein uraltes Thema, vielleicht das älteste der Menschheit, von ganz früher, als es noch keinen Gottschalk und keinen Aldi gab, noch nicht einmal die Westminster Abbey oder die Pyramiden. Kurz nach dem Ende der Dinosaurier erschienen nämlich Mann und Frau auf diesem Planeten, und sofort hat es gefunkt, und irgendeine unsichtbare Größe hatte dieses Wunder auf die Erde geschickt. Von da an regierten Gefühle die menschliche Welt, Gefühle und Überlebenskultur. Bis zur Erfindung des Rades hätte wohl niemand bestritten, dass der Mensch ein gefühls- und triebgesteuertes Wesen ist, aber mit dem Einzug von Technik und Naturwissenschaft und dem, was wir „Aufklärung“ nennen,  wollte man uns weismachen, dass man das Leben planen und verwalten kann. Dabei übersah man irgendwie, dass der Mensch ein Liebender, ein Suchender und ein Sterbender ist. Angesichts dieser und der durchaus deprimierenden Grundtatsachen des Lebens mutet es geradezu komisch an, dass der Mensch ein auf Vernunft angelegtes Wesen sein soll. Die Vernunft hilft dem Menschen  sicherlich beim Überleben, aber der Hauptantrieb seines Tuns sind die Gefühle. Die Religion ist für mich ein gigantisches Menschheitsprojekt, die Grundtatsachen des Lebens und die Gefühle zu kanalisieren, einen Sinn zu machen aus dem Sinnlosen und Unbekannten. Gott bleibt für mich der große Unbekannte. Aber das ist ein anderes Thema.

Nun, ich habe wirklich nichts gegen Naturwissenschaftler und Betriebswirtschaftler, nicht mal gegen die Selbstbefreiung des Menschen und Kantianer,  by the way, denn die wissen ja im Grunde auch, dass es in der aufgeklärten Postmoderne neben Fußball nur ein spannendes Thema gibt auf Erden, und danach suchen die allermeisten die allermeiste Zeit:  Liebe und Empathie in allen Formen, die Gutmächte im Kalten Krieg, die es aufnehmen mit den Konstanten der kapitalistischen Gesellschaft: Machtgier, Profitgier, Rücksichtslosigkeit und soziale Kälte. Es ist für mich übrigens eines das Rätsel unserer Zeit, dass einige zehntausend Menschen auf dieser Welt ihre Größenwahn, ihre Gier, ihre Arroganz und Ignoranz an den anderen 99% der Menschheit auslassen dürfen, ohne dass diese ihnen das übel nehmen. Von den paar Reichen, die die Gemeinschaft an ihren MIlliarden teilhaben lassen mal abgesehen, kann ich diese Stinkreichen nur verabscheuen, die mit ihren teilweise echt miesen Tricks andere Menschen um die Würde eines Arbeitsplatzes bringen, und denen es egal ist, ob ein Mensch von seiner Arbeit leben kann. Aber wir wissen ja alle, dass der Markt alles regelt, man nennt das dann Naturgesetz Globalisierung! Bin mal gespannt, wann sie anfangen die Wasserversorgung zu privatisieren, oder ist das schon geschehen, vielleicht?  Ich weiß, mein Zorn ist emotional und undifferenziert, aber ich betrachte diese Stinkreichen Absahner auf Kosten der anderen als Bettler, denn ihr Moralkapital ist gleich null!

Zurück zum eigentlichen Thema: Die Liebe ziwschen Mann und Frau bleibt die stärkste Form der Liebe. Sie allein mündet im Idealfall in einer Lebensform mit Kindern und sichert so den Fortbestand der Menschheit. Ganze Industrien leben von diesem uralten Menschheitsprinzip. Nirgends schlagen die menschlichen Gefühle so hohe Wellen wie bei der Partnersuche. Man könnte diesen Hype natürlich leicht als trivial abtun und gleich den Kopf wieder vorschieben, die Vernunft, die Intellektualität. Besonders amüsant finde ich es, wenn mir Leute oder Bücher erklären, was da so alles abgeht im Gehirn, an Hormon- und Botenstoff-Ausschüttung. Was soll das eigentlich? Was will man uns damit erklären? Dass es blöd ist sich zu verlieben? Dass es einen blöd macht? Stellen sich diejenigen, die den Liebenden das erklären wollen, nicht völlig unberechtigterweise über diese? Es gibt doch nichts größeres, als die Liebe erleben zu dürfen, diesen ausgeflippten Glückszustand. Jeder andere Zustand ist dagegen weit weniger glücklich! Und im Grunde suchen alle danach. Ausnahmslos. Auch die Satiriker und Hormonflussexpertenschar. Well, mir ist es passiert, dies Hormonwunder, mit so ziemlich allem,  was an emotionalem Auf und Ab dazugehört. Noch immer Rollercoasterman, sozusagen. Und diese traumhaft-traumatische Achterbahnfahrt habe ich in  14 neuen Stücken in Musik verwandelt . Zusammen mit einigen ganz tollen Musikern und Sängerinnen. Die anderen Themen hab ich mir für die Übernächste aufgehoben, teilweise sind sie sogar schon aufgenommen. Aber auf der neuen haben sie nichts zu suchen. Denn die ist eine Liebeserklärung, nicht mehr und nicht weniger: An das Leben, an die Liebe, und natürlich an diese wundervolle Frau, der es gelungen ist, meinen Hormonhaushalt so gründlich durcheinander zu wirbeln.

Und nun, wie versprochen, der Titel, here we go:

„Come to the island“ wird sie heißen. Ich hoffe ihr habt Lust mir auf diese Insel zu folgen!

Während ich dies hier schreibe lasse ich mich von einem guten Rotwein und wunderschöner Klaviermusik inspirieren. Bugge Wesseltoft: „it´s snowing on my piano“, weihnachtliche Einstimmung mal etwas anders.

Wir haben das Seelen-Thema etwas aus dem Blick verloren. Ich versuche mal nen Wiedereinstieg. Diese Klaviermusik ist so sparsam, sie tut meiner Seele gut, der vom Schulalltag, der Trennungsproblematik und diversem Freizeitstress manchmal überladenen. Ich versuche seit einigen Jahren mein Leben zu entschleunigen, wie man so schön sagt, aber es ist nicht immer ganz einfach. Ich ärgere mich oft über mich selbst. Dass ich Menschen und Dinge nicht so wahrnehme, wie ich das gerne würde. Dass ich selbst zuviel rede, zu wenig zuhöre, vielleicht. Dass Begegnungen nicht gelingen, weil alle möglichen Störfaktoren sie erst gar nicht zulassen. Etwa völlig unterschiedliche Wahrnehmungen ein und derselben Situation. Oft merkt man früh, dass es sich nicht lohnen wird, einem Menschen näher zu kommen. Oft sind es Eitelkeiten, Unsicherheiten, der Stolz. Sie verhindern ein offenes Gespräch, eine Begegnung der Seelen. Letztlich sind es doch nur ganz wenige Menschen, mit denen man sie erreicht, diese Nähe. Viele Menschen, auch ich ertappe mich leider dabei, vereinfachen die Dinge so sehr, dass Gespräche häufig nur noch als Austausch von Plattheiten daher kommen.  Natürlich muss es auch Gespräche über das Wetter oder Begegnungen zwischen Tür und Angel geben. Die meine ich nicht. Ich meine jene Begegnungen, wo Zeit füreinander da gewesen wäre, die einen aber zurücklassen mit dem Gefühl des Missverständnisses und Misslingens. Ein Beispiel: du redest über irgendwas, etwa die Musik, bist selbstkritisch, und dem anderen fällt nichts besseres ein, als dir „fishing for compliments“ vorzuwerfen. Tja, das war er dann, der zwischenmenschliche Öffnungsversuch. Oder du versuchst jemandem freundlich zu erklären, dass dich etwas an seinem oder ihrem Verhalten stört, in der Hoffnung, dass das euer Verhältnis verbessert. Und statt dein Bedürfnis aufzugreifen und darüber nachzudenken, kriegst du den Vorwurf, dass du den anderen nicht so nehmen kannst wie er ist, ihn gar verändern willst. Diese oder ähnliche Platitüden und Plastikblüten der Welterklärung scheinen zwar einen schnellen Sinn zu ergeben, sind aber in Wirklichkeit gesprächstötend. Und es gibt unzählige solcher Näheverbote. Häufig demonstrieren die Menschen ihre Überlegenheit kaum, dass du den Raum betreten hast. Sie machen einen blöden Witz auf deine Kosten, oder sie bestechen durch ihren scharfen Verstand oder ihre Coolness. Vielleicht ist ja die Schnelllebigkeit, der Leitungsdruck und die Oberflächlichkeit unserer Zeit  für das alles verantwortlich. Oder es ist einfach die Unsicherheit im sozialen Umgang. Aber womöglich war es noch nie anders, und vielleicht noch nie leichter als heute, Menschen liebevoll zu begegnen und Nähe herzustellen. Vielleicht bin ich mal wieder zu negativ? Wir sind halt wohl von vorne herein misstrauische und egozentrische Wesen. Und doch brauchen wir die anderen, sind ständig auf der Suche nach Anerkennung.

Und so stellt sie sich eben doch täglich, die Frage, wie ich mit den Menschen umgehe, wie ich Nähe herstellen kann. Ich denke, dass einen grundsätzlich jene Menschen anziehen, die einem vom Wesen her ähnlich sind. Nun gibt es aber  wahrscheinlich nicht  „das Wesen“. Und wahrscheinlich gehört auch das dazu, dass man gerne Wesenszüge und Eigenschaften hätte, die man eben gerade nicht sein eigen nennt, die vielleicht begehrenswert sind, aber eben auch fremd. Risikobereitschaft, Geselligkeit, Unternehmergeist, um mal drei zu nennen, die ich nicht so fett abbekommen hab. Und Menschen, die sie haben, sind vielleicht faszinierend, aber letztlich doch nicht diejenigen, mit denen ich gerne zusammen bin. Letztlich kann man es halt nicht erklären: Man fühlt sich mit jemandem wohl, und vertraut und sorgt sich, und andere sind einem egal, und man meidet ihren Kontakt. Ich denke, wir sind eben doch ganz empfindsame Tiere mit viel Gespür und Geruchssinn. Und wir alle sind sehr verletzliche Wesen voller Erfahrungen. Die uns zu mehr oder weniger vorsichtigen Menschen gemacht haben.

Lieber Leser, liebe Leserin, solltest du es bis hierher geschafft haben, dann bist du mir wohl irgendwie zugewand und wesensverwandt! Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr so genau, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte.  Vielleicht wollte ich einfach ein wenig rumphilosophieren und mich mal wieder länger zu Wort melden? Das Misslingen von Kommunikation jedenfalls ist unser täglich Brot, und womöglich ist es gut so, denn sonst hätten wir ja irgendwann tausende von Freunden, Liebschaften. Und wenn wir nicht auch ignorant sein könnten, dann müssten wir ja am Elend der Welt andauernd verzweifeln, schon an dem kleinen, gleich um die Ecke.

In meiner Wohnung hängt ein Poster von einer älteren Frau, etwa 70 Jahre alt dürfte sie sein. Ein Ausstellungsplakat einer Foto-Portraitausstellung alter Menschen, die letztes Jahr im Deutsch-Amerikanischen Institut in Tübingen statt fand. Zu dieser Frau an der Wand hab ich ein ganz spezielles Verhältnis entwickelt. Meist schaut sie recht gleich, aber es gibt Momente, in denen sie sich wirklich verändert. In denen sie mich offener oder verschlossener, amüsiert oder liebevoll, vorwurfsvoll oder ärgerlich anschaut. Diese elegante alte Frau mit ihren großen Ohrringen und ihrem Stirnband ist dann mein Seelenspiegel. An ihr sehe ich, wie es mir geht. Wenn ich mir Zeit lasse, und sie länger anschaue, dann kann ich sehen, wie sich ihr Gesicht verändert. Kein Bildnis hat mich jemals dermaßen in seinen Bann gezogen wie dieses. Ich sah es damals in den Gängen des d.a.i. hängen, und war vom ersten Moment an fasziniert. Ob ich es auch gewesen wäre, wenn ich ihr in Natura begegnet wäre? Eine ebenso unnötige wie spannende Frage. Mit der ich diese Betrachtungen zum Ende bringen möchte.

Eines muss ich Euch aber noch mitteilen. Leider wird es keine Konzerte mehr mit Beefy und Paulson geben. Ich möchte mich an dieser Stelle bei dir bedanken, lieber Beefy, für viele wunderbare Konzerte und es freut mich ungemein, dass die neue CD auch deine Handschrift trägt. Für mich bist Du ein genialer Musiker. Ich wünsche dir viel Glück für Deinen weiteren Weg! Es ist noch nicht klar, wer der neue Sideman von Paulson sein wird. Lasst Euch bitte überraschen, ab Ende Februar werde ich die neue CD vorstellen, und bis dahin werden Paulson & Friends am Sound basteln.

Genug für heute, Ende der Weihnachtsbotschaft – ich umarme Euch warm und virtuell.

Mögen Liebe und Frieden mit Euch sein!

Euer Paulson

Hallo!

Die neuen Songs werden momentan abgemischt. Bin sehr gespannt wie alles rauskommt. Ich glaube aber, dass sie richtig gut wird, die Neue! Einen ersten Entwurf vom Titelbild hab ich auch schon, das sieht alles ziemlich gut aus. Zunächst gilt es aber noch zu warten, zu hören, zu korrigieren, das booklet zu entwerfen, den Vervielfältiger zu kontakten, Angebote einzuholen, GEMA und Labelcode zu klären, und was eben sonst noch zu so einer Veröffentlichung gehört.

Manche Menschen, die meine Musik sehr mögen, glauben, dass ich doch wenigstens ein klein bisschen „berühmter“ sein müsste angesichts der Qualität meiner Songs und Produktionen. Nun, es gibt im wesentlichen drei Gründe für meinen recht bescheidenen Status:

Erstens vermarkte ich mich relativ wenig. Ich mache grade mal das Nötigste. Veranstalter kontakten, Rundfunkinterviews organisieren, Pressetermine etc., das ist nicht meine Welt, ehrlich gesagt. Da fehlen mir ganz einfach Lust und Power. Sollte das jemand für mich übernehmen wollen, bitte meldet Euch bei mir.
Zweitens gibt es eine imposante Zahl von wirklich sehr guten Leuten auf dem Singer-Songwriter-Markt, und die erhalten aus diversen nachvollziehbaren und weniger einleuchtenden Gründen bei den Veranstaltern meist den Vorzug.
Drittens hab ich eben einen ganz normalen Beruf, der mich schon ziemlich fordert und natürlich meine Hauptenergie abbekommt.

Das Liederschreiben ist und bleibt für mich also eine nichtkommerzielle und wunderschöne Freizeitbeschäftigung. Und wenn sich die Unkosten für CDs und Organisationsaufwand reinspielen dann bin ich schon mehr als zufrieden. Wenn Ihr wollt, dann dürft Ihr das auch weiterhin durch den Kauf einer oder mehrerer CDs und durch Konzertbesuche unterstützen.

Der Gig in der Hohenzollernhalle hat Spaß gemacht. Aber ich dachte eigentlich, dass die Bisinger neugieriger auf ihren neuen Mitbürger sein würden, aber leider waren nur um die 50 Leute da. Besten Dank an sie! Wie meinte der Veranstalter, die Gemeinde Bisingen, vertreten durch Lorenz Gentner: „Es kann noch so gut sein – was die Leute nicht kennen, das besuchen sie auch nicht!“ Da hat er wohl wahre Worte gesprochen. Diese Erfahrung muss ich leider gelegentlich machen. Ich möchte Euch auf diesem Weg bitten, meine Musik bei Euren Freunden und Bekannten publik zu machen. Gerne dürft Ihr die CDs vervielfältigen und in Massen an dieselben bringen, wobei es mir natürlich viel lieber ist, wenn Ihr sie massenweise bei mir kauft und das Projekt unterstützt! Für größere Stückzahlen gibt es auch entsprechenden Rabatt. Ein gewisser Joe S. kauft mir immer gleich mal mindestens einen Karton ab und versorgt so seine Freunde und Verwandten mit einem netten kleinen Geschenk. Er ist nicht nur mein größter Fan, sondern auch mein bester Freund, und ich möchte ihm auf diesem Weg danken und ganz doll herzen!

Ich hoffe, dass Ihr Euch ebenso auf die neue Produktion freut wie ich. Im nächsten Update verrate ich Euch definitiv den Titel. Soviel jetzt schon vorab: Alle Fotos hab ich selbst geschossen, sie sind von einem Ort, der mir sehr am Herzen liegt.

So, das soll es für heute gewesen sein.

Liebe Grüße,

Paulson  (11/11/07)

Hallo Ihr Lieben!

Unser Schiller-Gig war der volle Erfolg. Wir hatten sage und schreibe drei zahlende Zuschauer, dank eines schönen Spätsommertages und der „genialen“ Organisation. Aber es war trotzdem schön. Wirklich! Der Zeitungsbericht vom Schwarzwälder Boten gibt Euch einen guten Eindruck. Hier in voller Länge:

Musikalischer Ausnahmezustand mit Paulson
Ein Konzert der etwas anderen Art gaben ‚Paulson and Friends’ im Cafè Schiller

Von Anne Retter

Albstadt – Ebingen. Pünktlich begannen die fünf Bandmitglieder am Sonntag Abend ihren Auftritt – trotz des Umstandes, dass nur eine handvoll Gäste gekommen waren. Die Musiker nahmen es mit Humor und spielten dann ein Konzert, das ohne weiteres ein Stadionpublikum bestens unterhalten hätte.

Man könnte den Sound von Paulson als Mischung aus Blues-Elementen, ein bisschen Rock und auch ein bisschen Country beschreiben – aber das ist dem Sänger, Gitarristen und Songwriter nicht so wichtig. Es müsse melodisch sein, melodisch und harmonisch und was für die Seele, sagt er. Bereits vier CDs hat der passionierte Musiker, der im normalen Leben „einen ganz bürgerlichen Beruf“ ausübt und eigentlich Ernst Buntz heißt, herausgebracht – die fünfte Scheibe ist in Arbeit und wird Anfang 2008 erhältlich sein. Paulson sieht sich als „musikalischen Eigenbrödler“, der in seinen Texten viel subjektives Erleben und Gefühle verarbeitet und am liebsten Balladen verfasst. Durchgängig in englischer Sprache widmet er sich den schönen und schwierigen Dingen des menschlichen Daseins – ‚Crossroads’ beispielsweise handelt von den Entscheidungen, die das Leben fordert, ohne Hinweise auf die richtige Antwort zu geben. Die einfachen sehnsuchtsvollen Melodien lassen beim Zuhörer ein Gänsehautfeeling entstehen, wenn der Mann mit der semiakustischen Gitarre durch seine samtige Stimme weiche Klangmomente herbeizaubert. Sehr gut ergänzt dies die neunzehnjährige Backgroundsängerin Jasmin Roth, deren klare und weiche Stimme die Refrains bereichert. Der Gesang ihre Mutter Ilona verschmilzt eher mit Paulsons Vocals, was einen anderen, ebenso schönen Effekt erzielt. Gemeinsam mit Percussionist Andy Schoy und Gitarrist und Bassist Gerhard ‚Beefy’ Wurst sind sie ‚Paulson and Friends’, und die fünf spielten und sangen so unangestrengt und locker, dass sich jeder der Zuhörer persönlich willkommen fühlen konnte. Songs wie ‚Battlefields’, die den Weg der behavioristischen ‚unbeschriebenen Blätter’ durchs Leben beschreiben – wie ein unschuldiges Kind zu einem weniger unschuldigen Erwachsenen wird – oder „The River“, das sich mit nämlichem Thema befasst, gehen zu Herzen. Mit rockigen Nummern wie „It´s a long way up to heaven, when the devil is your friend“ oder “It ain´t right” zu (Un-)Ehren des amtierenden Präsidenten der USA ließen die Gäste aber schnell die Taschentücher wieder einpacken. Ein einziger kleiner Fan tobte als wahres Energiebündel stellvertretend für alle Abwesenden lebensfroh taumelnd vor der Bühne herum – schade, dass nicht mehr Albstädterinnen und Albstädter dem nichtkommerziellen Projekt Paulson and Friends zuhören konnten: Mehr als freien Eintritt, gute Musik und herzliche, begeisterte und unkomplizierte Musikerinnen und Musiker kann man sich wohl nicht wünschen – oder?

Ich danke Anne Retter für diese schöne Beschreibung. Der kleine Fan war übrigens Mara, die wundervolle Tochter von Andy. Und der Abend war auch schön, weil noch ein paar andere ganz liebe Menschen den Weg ins Schiller gefunden hatten. Und weil Andy, Beefy und ich endlich einmal in relativer Ruhe proben konnten, es war tatsächlich unsere erste zu dritt! Aber bitte nicht weitersagen.

Am Freitag, 19.10 ist unser vorerst letzter Auftritt,  in Bisingen, in der Hohenzollernhalle. Hoffentlich erleben wir nicht ein ähnliches Zuschauerdebakel. Ich hoffe Ihr seid Euch Eurer Verantwortung  als Fans bewusst! (Smilie) Es ist ja in der Tat ein nicht-kommerzielles Projekt, und mein Ziel ist es immer, die Unkosten der CD-Produktion reinzuspielen.  Wenn Ihr also nichts Besseres vorhabt: Bitte vorbei kommen und unser Projekt unterstützen!  Und genießen. Wir werden wie immer unser Allerbestes geben! Nur für Euch.

Herzlich,

Paulson (5/10/07)

Hi!

aus PC-organisatorischen Gründen brachte ich mein letztes update nicht ins internet.

War mit dem Rad auf großer Deutschland-Tournee, und schließlich sogar auf der Insel. Ganz ohne Gitarre, aber durchaus kreativ.  So eine Reise macht nämlich den Kopf frei, und irgendwann fließen die Gedanken. Und als ich dann schließlich das Meer erreichte unter diesem enormen Himmel, da wurden mir wieder einmal einige Dinge klar: Über Endlichkeit und Unendlichkeit, und wie unendlich schön das Leben doch ist. Und dass man sich viel zu oft im Alltag verstrickt, und es dummerweise immer wieder zulässt, dass im Grunde relativ unbedeutende Dinge einen fertig machen. Und wie seltsam die Menschen miteinander umgehen, womöglich, weil sie viel zu selten in solch einen Himmel blicken. Ach, wenn man doch nur viel öfter und viiiiiiieel länger so aussteigen könnte… Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, wie einer unserer größten Philosophen meint. Und es ist auch noch nicht Weihnachten. ☺  Und so geht es nun also von vorne los, ich begebe mich zurück in die vertrauten Arme meines wirklich schönen Berufes. Produziere unter Aufbietung meiner überwiegenden Kräfte wieder massenweise Schulabschlüsse. Die Musik bleibt eben ein Hobby, aber ein sehr aus- und erfüllendes. Vielleicht bin ich mit ihr ja so frei, gerade weil sie nicht mein Beruf sein muss.

In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Akustik Gitarre erschien folgende Besprechung:

Soulwriter

Wer seit seinem 16. Lebensjahr rund 200 Lieder geschrieben hat, der wird sich problemlos Singer-Songwriter nennen dürfen. Erst recht, wenn diese Kompositionen eine Qualität aufweisen, wie sie Paulson mit seinem aktuellen Album „Soulwriter“ bietet. Mit ihren fast 80 Minuten Spielzeit gehören die 17 Tracks zum Besten, was man derzeit an modernem Akustik-Songwriting auf der deutschen Szene entdecken kann. Paulson, der bürgerlich Ernst Buntz heißt und als Lehrer arbeitet , überzeugt dabei gleich in mehrfacher Hinsicht. Seine Melodiesprache ist reich und variabel; eng verzahnt er Gitarrenakkorde und Gesangsmelodien, und kann mit einer ausdrucksstarken, gefühlvollen Stimme überzeugen.  Und schließlich stimmen die schlüssigen Arrangements seiner Songs, bei denen er von einem guten Dutzend Musiker unterstützt wird – einschließlich seiner Tochter Mia. Durch Bass, Keyboards, Harp, Saxofon und Percussion wachsen die Akustikgitarrenthemen zu einer bemerkenswerten Akustik-Pop-Produktion. Interessant ist, dass Paulson das Musikmachen als Straßenmusiker im Alleingang begonnen hat. Es folgten die Trioformation Paulson, Wanner und Schubert, und Soloauftritte mit „Gastarbeiter“ Artur Stopper, Gesang. 1996 nimmt er sein Debütalbum „Private Battlefields“ auf. Wie gut seine Reputation ist, zeigt die Mitarbeit von Gitarrist Chris Jones und Harp-Spieler Steve Baker auf Paulsons zweitem Album „One in a Million“. Wer mehr erfahren möchte, erhält mit dem Album „Way back when“ einen weiteren Blick auf seine Karriere mit verschiedenen Aufnahmen aus den Jahren 1982-1992. Die Summe dieser Erfahrungen resultiert nun in einem wirklich empfehlenswerten Album, das aktiven Musikern und Musikkonsumenten gleichermaßen gefallen dürfte. Und dass das Album als Bonustrack mit einer Kinderspieluhrmelodie des Familienvaters abschließt, macht den Menschen und Musiker umso sympathischer.

(Ausgabe 5/07)

Am 15. September spielen wir im Cafe Klein Venedig in Balingen, und am 23. 9. im Albstädter Cafe Schiller. Kommet zuhauf!

Ich drücke Euch mit den gebräunten Soulwriter-Armen, meine Lieben!

Euer Paulson

(30/08/07)

Liebe Freunde,

ich möchte mich bei all jenen bedanken, die es zu einem unserer Konzerte geschafft haben. Es macht richtig Freude zu sehen, dass einige von Euch sogar die Texte auswendig können! In Ebingen war Jasmin Roth, Ilonas Tochter, neu mit dabei. Leider haben wir den Sound dort nicht so hin bekommen wie ihr das gewohnt seid, aber die zweiten Stimmen von Jasmin waren wirklich erste Sahne! Den Andy werden wir beim nächsten Mal so verstäken, dass man ihn auch in den hinteren Reihen hören kann – denn er spielt zu gut, um einfach mal so unterzugehen. Wart Ihr übrigens schon mal auf der Page von seinen Dizzy Bee (www.dizzy-bee.de )?

Die neue CD kommt voran. Mein Chef-Designer Harry Bechtle arbeitet bereits an der Fotomontage für´s Cover-Foto. Ich kann es kaum erwarten, bis sie endlich da ist. Aber es wir sicherlich noch dauern. Mein Mix-Master Micha Meller wird in den nächsten Monaten viel beschäftigt sein. Zuerst einmal aber müssen die restlichen Aufnahmen in den Kasten. Beefy – der sich an diesem Wochenende bei einem Gig in Warschau befindet – war schon feste am Werk. Am nächsten Wochenende wird sich ein Überraschungsgast verewigen. Ralf Gugels Hände werden dann einige Tage später zaubern. Dann fehlen nur noch ein paar Solisten und zweite Stimmen,  und gegen Ende September dürften die Aufnahmen dann gelaufen sein. Erscheinungsdatum wahrscheinlich Anfang Januar.

Ich wünsch Euch wunderschöne Sommerwochen!

so long,

Euer Paulson

(1/08/07)

Hello together,

manchmal werde ich gefragt, wie denn meine Lieder zustande kommen. Ich will heute einmal versuchen das zu beantworten. Soweit man das überhaupt beantworten kann. Denn grundsätzlich ist der Mensch ja ein von vielen unbewussten Vorgängen beeinflusstes Wesen. Und es ist uns weitgehend nicht gegeben zu verstehen, warum wir ausgerechnet das tun, was wir tun (auch wenn die meisten von uns das glauben). Ich erkläre also nur das, was ich verstehe. Es kann, aber es muss nicht so stimmen, aber ein wenig wird es schon so sein. ☺

Ich habe einmal, mehr scherz- als ernsthaft, einer sehr lieben Person geschrieben, dass ich die meisten Songs samstags zwischen elf und viertel nach eins schreibe. In der Tat sind die ersten Stunden des Samstags – nach einem gemütlichen Frühstück und ausgiebiger Zeitungslektüre – eine gute Zeit für den Songwriter Paulson. Häufig mache ich genau da Dinge fertig, die ich zuvor als ´unvollendet´ verlassen hatte: eine Idee vom späten Freitag abend, oder die fehlende Strophe, die ich schon wochenlang suchte.

Meist ist zuerst ein Refrain da, eine Melodie und ein oder zwei intessante Sätze. Manchmal steht nur ein Wort auf einem Blatt Papier, oder ein Gedanke. „Blue wine“ kam mir neulich in den Sinn, als ich bei einem Glas Rotwein ein trauriges Gefühl hatte (ist Euch auch schon aufgefallen, dass es megaout ist zuzugeben, dass man auch mal traurig sein kann? Ich glaube das ist ein Ergebnis des schleichenden Eindringens des Amerikanischen Traums in unsere europäischen Gesellschaften – alles muss freundlich und  optimistisch und lösungsorientiert sein, man könnte glatt verzweifeln an so viel aufgesetzter guter Laune, und für uns Songwriters gäbe es kaum noch Themen außer gelingenden Beziehungen, schillernden Erfolgsgeschichten und produktiven Lösungsansätzen…aber das Leben ist anders, nicht wahr?) Jedenfalls wäre der blaue Wein auch ein schöner CD-Titel, finde ich. Vorerst habe ich die Idee in einem Stück für die neue CD verarbeitet. Diese wird aber nicht „Blue Wine“ heißen.

Nicht immer entspringen die Ideen so absolut originär aus mir. Auf meinen Spaziergängen und Wanderungen höre ich meist Musik oder Bücher. Die Stimmungen, die da in mir entstehen, sind manchmal sehr fruchtbar. Ich höre einen Song, der mich berührt, und ich mache dann etwas Neues daraus.

Häufig leiht mir mein eigenes Leben – welches sonst? – eine Idee. Mein Weg durch diese wundervolle Existenz ist voller mehr oder weniger wichtiger Ereignisse oder Erkenntnisse, die sich dann in meinen Songs wiederfinden. Sei es sehr konkret als Kritik am Umgang der Menschen mit ihrem Planeten, oder die Gier nach Materiellem, oder indem ich einen Obdachlosen treffe und gleich darauf eine golfspielende Dame der Oberschicht. Sei es ein Gefühl, wenn ich etwa in einem neuen Stück eine sehnsüchtige Reise in den aufgehenden Mond beschreibe. Die Themen ergeben sich mehr oder weniger aus meinen eigenen Erfahrungen.

Was die Musik anbelangt, so kann ich nur sagen, dass sie irgendwie aus mir heraus will. An ihr bastle ich weit weniger herum als an den Worten, wo ich nicht eher Ruhe gebe, bis ich wirklich damit zufrieden bin.

Manchmal höre ich einen Rhythmus im Radio, den ich interessant finde. Dann verwende ich ihn für ein neues Lied. Im Grunde aber hab ich über die Jahre meinen eigenen Rhythmus und mein eigenes Gitarrenspiel entwickelt. Weder spiele ich Lieder nach, noch bin ich in der Lage, Songs anderer „herauszuhören“. Ich hab mich meist reichlich wenig für das interessiert, was die anderen können, und mein Forscherdrang bezüglich „wie-machen-denn-die-das?“ ist eher stark unterentwickelt.

Dennoch bin ich sicherlich vielfältig beeinflusst worden – von den Obergreinern bis Jimi Hendrix, von der Bibel über Bob Dylan bis hin zu allen möglichen klassischen Meistern. Aber ich habe mich nie direkt bei den Originalen bedient, mit zwei Ausnahmen, und dann habe ich Shakespeare und Whitman auch kenntlich gemacht. Ich bilde mir also ein, dass die Ideen und die Musik für meine Songs fast ausschließlich aus mir selbst kommen. Und darauf bin ich auch einigermaßen stolz.

Natürlich habe ich mit meiner bescheidenen Kunst keinen künstlerischen Anspruch. Ich schreib Songs und präsentiere sie auf CDs und bei Konzerten einem sehr überschaubaren Publikum. Wenn mir selbst und Euch das Spaß macht, dann kann ich sagen, dass das für mein kleines Leben ein ganz wichtiger Glücksbaustein ist. Neben dem privaten und dem beruflichen. Und für die Katastrophen, die sich permanent in der näheren und weiteren Welt abspielen, da gibt es ja glücklicherweise die sorgenabweisende Schutzschicht vor der so verletzlichen Seele. Ein genialer Mechanismus, den aber glücklicherweise auch wiederum nicht alle Menschen haben.

Insgesamt ist mein schönes Hobby sehr zeitaufwändig. Nicht nur das Schreiben, Einüben, Aufnehmen und Aufführen und Organisieren benötigt viele Stunden, es ist gerade auch die Zeit, die es braucht, in die richtige Stimmung zu kommen, um überhaupt Ideen zu haben. Denn meistens werden die Sachen nicht aus der Alltagshektik, sondern vielmehr aus der Ruhe geboren. Und die braucht Zeit.

So, hoffentlich hat Euch das interessiert.

Jetzt noch der Hinweis auf unser nächstes Konzert am 19. Juli in Ebingen vor dem Carlos. Das ist wohl gleich neben dem Kräuterkasten, unweit Schloßberg-Realschule. Anschrift: Im Hof 14, 72458 Albstadt. Übrigens werden wir im Herbst auch im Kräuterkasten auftreten, den Termin gebe ich rechtzeitig bekannt.

Die Konzerte in Tübingen und Balingen waren wirklich wieder sehr schön. Wir hatten sogar mit dem Wetter zweimal Glück. Neu dabei waren Ilona Roth mit Backgroundgesang und Martin Mangler auf der Posaune. Auch in Ebingen werden Artur und Ilona mit dabei sein, und ich hoffe, dass auch meine Tochter Mia mal wieder Laune hat. Sie entscheidet das meist sehr spontan. Angeblich soll am Wochenende der Sommer zurück kommen. Hoffen wir, dass er bis nächsten Donnerstag durchhält.

Euch wünsche ich viel Spaß am Leben, und ich würde mich freuen, Euch bei einem der nächsten Konzerte zu treffen!

Take it easy,

Paulson (10/07/07)

Hi,

ganz kurz nur: Das Konzert im Tübinger Sudhaus findet bei jedem Wetter statt, auch bei Regen gibt es dort einen überdachten Raum. Bringt Euch ne Decke oder ne warme Jacke mit, außerdem gibt´s dort ja das Lagerfeuer, wo man sich jederzeit aufwärmen kann. Und wir spielen Euch auf jeden Fall warm, versprochen! Es wird auch noch musikalische Überraschungen geben!

Der verregnte Auftritt in Ebingen wir am 19.7. um 20 Uhr nachgeholt, dann wieder mit Andy an der Percussion.

Ich freu mich auf Euch!

Paulson (25/06/07)

Leider, leider…

Der Auftritt in Ebingen am 21.6. muss leider entfallen. Dem Veranstalter war die Sache wegen der schlechten Wetterprognosen zu riskant. Eventuell werden wir das Konzert im Juli nachholen. Schaut einfach wieder auf diese Seiten, ich halte Euch auf dem Laufenden.

Der Gig im Biergarten des Tübingen Sudhauses findet aber bei jedem Wetter statt, die Lokalitäten dort sind entsprechend. Und auch der 1.Juli in Balingen findet auf jeden Fall statt.

herzlich,

Euer Paulson (19/06/07)

Seid gegrüßt!

Demnächst wird es Paulson & Beefy, bzw. Paulson & Friends gleich mehrmals umsonst und draußen geben. Am 28. Juni ab 20.00 im Biergarten Sudhaus in Tübingen – findet bei jedem Wetter statt und ist immer was sehr besonderes, da mitten im Zauberwald und am offenen Feuer – am 1.7. auf dem Marktplatz in Balingen, ab 14 Uhr, und am 15.9. im schönen Ambiente des Cafe Klein Venedig mitten in Balingen direkt an der Eyach. Ein Konzert in Ebingen ist noch nicht ganz klar, ich halt Euch auf dem Laufenden.

Nach meinen seeligen Gedanken vom letzten Brief habe ich einige Zuschriften erhalten. Merci! Die Seele scheint auch Euch was ganz Wichtiges zu sein, aber auch was nicht Greifbares, das eher noch mehr Fragen aufwirft. Was ist Sehnsucht? Was Harmonie? Brauchen wir Disharmonie um Harmonie zu erfahren? Und die Frage aller Fragen: Was ist Liebe? Und warum fällt man mit dem einen so tief in sie hinein? Aber nicht mit der anderen?  Geheimnisse über Geheimnisse…  Einer von Euch dort draußen meinte, die Seele sei der Atem Gottes, der mechanische, chemische Vorgänge zu etwas Lebendigem macht, das ein eigenes Bewusstsein hat. Und wieder jemand anderer glaubt, dass die Seele etwas über viele Leben hinweg Gewachsenes sei. Dann woll´n wir mal schön weiter am guten Karma basteln!

Das mit der Studioarbeit geht jobbedingt momentan eher langsamer voran, aber es tut sich dennoch was. Demnächst wird Artur seine zweiten Stimmen einsingen, und Andy wird die Percussion draufspielen. Ralf und Beefy werden wieder mit Bass und Gitarre zaubern, und vielleicht gibt es diesmal auch Querflöte, Posaune und Klarinette. Bin gespannt wie alles wird.

Manchmal werde ich gefragt, welche Musik ich höre. – O.K. – zunächst mal muss ich euch sagen, dass ich zuhause nicht sehr viel Musik höre, wohl aber, wenn ich mit dem Discman zu Fuß unterwegs bin. Ich bin kein Musikexperte, wahrlich nicht, es sind also keine Tipps vom Fachmann, ich schreib euch einfach auf was ich gerne höre:

Zu meinen absolute favourites gehören Van Morrison (z.B. „Magic Time“ oder „Healing Game“), und Chris Whitley (z.B. „Dirt Floor“, „Living With the Law“) und der unbekannte aber äußerst charismatische Texaner Eric Taylor. Sehr mag ich auch Lyle Lovett, Calvin Russell und Leonard Cohen (vor allem „Ten New Songs“). Natürlich Dylan, welcher Singer-Songwriter würde ihn nicht nennen!? Sehr gut auch die Mainstreamer Jack Johnson, Nora Jones und Katie Melua. Aber halt nicht tausendmal besser als die anderen (was die Verkaufszahlen ja immer suggerieren). Berühren tut mich durchaus auch deutsche Songkunst. Die Musik von Annett Louisan gefällt mir, vor allem „Unausgesprochen“. Tolle Texte und prima Songs von den Machern im Hintergrund, amtlich gesungen und interpretiert. Nur das Kleinmädchenimage ist etwas lächerlich. Ein gar nicht süßer ist Steve Earle. Die Scheibe „transcendental blues“ gehört zu meinen wertvollsten Silberlingen im CD-Regal. Sowas von gradlinig, Direkt-aus-dem-Bauch-mit-ein-wenig-Galle-Musik. Auch sehr schön: Christina Lux: „Coming Home at Last“. Ihr findet den Link auf dieser Homepage. Total gut auch eine andere deutsche Lady: Katja Maria Werker mit „contact myself“. Es gibt so viel schöne Musik, und doch sprechen mich im Dschungel der zahllosen Produktionen nur die allerwenigsten an. Man muss also ausprobieren und reinhören. Wenn Ihr schöne Tipps habt, so schickt sie mir doch bitte. Inzwischen kann man ja fast alles im Internet probehören bevor man es dann ehrlich kauft, hoffentlich. 😉 Auch Caecilie Norby, Daniel Lemma, Susheela Raman, Marc Knopfler, Arvo Pärt und und Johann Sebastian Bach find ich klasse. Und Daniel Lanois („Shine“). Allen Menschen sei Dank, die mir diese wunderbare Musik nahe gebracht haben!

That´s it 42day,

Euer Paulson (5/6/07)

P.S. Sollte jemand dort draußen Fotos bei einem Auftritt machen wollen, und das Handwerk halbwegs beherrschen – der oder die melde sich bitte bei mir.

Meine Lieben,

Wie geht es Euch in diesem Bilderbuch-Frühling?

Vorletztes Wochenene war ich bereits im Schömberger See baden, stellt Euch vor! Wollte eigentlich nur meinen vom Radeln verschwitzten Body etwas abkühlen, und da merkte ich, dass das Wasser gar nicht so kalt war. Und so bin ich am 14. April, als wäre es tiefster Hochsommer, einfach so dahin geschwommen. Für die anderen Sonnenhungrigen war ich wohl eher eine Art alien, und die bierflaschenschwingende Tretbootjugend wollte mich sogleich im Baywatch-Stil erretten, was aber wirklich nicht nötig war. Mal sehen welche Temperaturen wir im August bekommen…

Wer die Welt vor dem Klimakollaps errettet bleibt weiterhin unklar. Es ist ja immer dasselbe: Jeder weiß, dass wir uns problematisch verhalten, aber keiner will sich einschränken, und was dagegen machen sollen immer die anderen.

Wenden wir uns erfreulicheren Themen zu.

Ich hatte Euch gefragt, was denn nun eigentlich die Seele sei. Nun, die Anzahl der Zuschriften hat sich sehr in Grenzen gehalten. So will ich es denn zunächst einmal alleine versuchen, bin ja schließlich auch der selbsternannte „Soulwriter“. Vielleicht regen Euch meine Gedanken ja an, selbst etwas zu schreiben und es mir zu schicken.

Meine Tochter Mia hatte im Alter von etwa fünf Jahren die einfachste Antwort: Seele, meinte sie, könne man beim Bäcker kaufen!  Recht hatte sie. Und es kam mir dann der Gedanke, dass die Seele womöglich ein noch nicht entdecktes längliches Organ irgendwo im menschlichen Körper sein könnte. Ein Organ für´s Unbewusste vielleicht? Man sieht sie nicht, aber es muss sie trotzdem geben, denn wären wir ohne sie nicht lediglich ein raffinierter Automat aus Nerven, Knochen, Fleisch, Blut und Wasser? Ist sie womöglich ein ganz spezielles Sinnesorgan für die Korrespondenz mit den Dingen, die wir nicht sehen und anfassen können? Ist sie der eigentliche „Herr“ im Haus „Mensch“, und der Körper nur ihr Diener? Oder womöglich ein subversiver dunkler Problemfall im ansonsten so reibungslos funktionierenden Menchanismus Mensch? Ist sie uns der Trost und die Hoffnung auf mehr, weil unsterblich? Oder vergeht sie mit uns beim letzten Atemzug? Ist sie die große Vergessene im Körperkult unserer Zeit? Gibt es Körper ohne Seelen? Und Seelen ohne Körper? Ist Seele all das, was wir fühlen, worauf wir uns freuen, wovor wir uns fürchten, bewusst und unbewusst? Wohnt in ihr das Über-Ich und das Tiefe Es? Besteht sie womöglich aus unzähligen neuronalen Verschaltungen? (Welch unromantische Vorstellung!) Wohnen in ihr eine Reihe von Spielern, die uns wie eine Marionette an Fäden in der Hand halten,  während wir glauben, wir hätten alles im Griff? Ist sie das Nie-Gedachte, das Nie-Geklärte und der ganze Rest? Das endlose Universum, welches nie ein von Menschen gemachtes Instrument zu schauen vermag? Das große und bleibende Geheimnis also? Wird sie jemals entzaubert, ja, gar verstanden werden können? Ich bezweifle es. Und hoffe es. Denn der Mensch bleibt das größte Rätsel. Und ohne die Seele wären wir dies Rätsel nicht. Warum verlieben wir uns? (Die wissenschaftliche Erklärung ist mir hier nicht ausreichend; überhaupt sieht die Naturwissenschaft nicht dorthin wo´s wirklich interessant wird) Warum erschüttert uns die eine Situation, während uns die andere kalt lässt? Weshalb berührt uns manche Musik, andere aber gar nicht? Weshalb sind wir enttäuscht über Menschen, obwohl diese uns gar nicht verletzen wollten? Was sind Trauer, Neid, Zärtlichkeit, Gelassenheit, Religiosität, Musikalität? Und all die anderen…? Was ist eigentlich ein Versprechen? Warum halten oder brechen wir es? Warum lügen wir, und was ist das Gewissen? Einfache Erklärungen helfen da nicht weiter. Die Dinge sind wohl ziemlich kompliziert und werden letztlich ein Rätsel bleiben. Die Antworten liegen tief in uns verborgen, im Wesen des Menschen, und in unseren persönlichen Biografien. Wenn wir so tun als würden wir uns und die anderen kennen, so ist das nicht so. Wir sehen und verstehen immer nur einen Teil. Einen Teil der Welt. Eben das was wir verstehen und sehen können mit den Sinnesorganen, die uns gegeben sind. Natürlich gibt es Menschen, die etwas mehr wissen, die deutlicher ahnen, die tiefer sehen. Aber kann uns einer erklären, weshalb der eine eine Sprache in drei Monaten fließend lernt, während der andere nach zehn Jahren gerade mal zehn Sätze beherrscht? Wir haben dafür die Hilfskonstruktion des IQ geschaffen. Aber erklären tut eine Zahl zunächst mal gar nichts. Gibt es auch eine Intelligenz des Herzens? Und der Seele? Gibt es Seelenversteher? – Um es ganz deutlich zu sagen: Ich bin keiner. Manchmal finde ich es deprimierend wie wenig ich mich selbst spüren und verstehen kann. Meine Lieder sind Ausdruck meiner Erfahrungen, aber eben auch meiner Innenwelt. Ich kann mit ihnen mich und andere berühren, und auf diese Art spüre ich mich. Und wenn Ihr sie hört und sie euch berühren, dann spüren wir einander. Das macht mich froh, und ein wenig stolz. Und es kommt überhaupt nicht darauf an, wie viele Menschen ich berühre. Wäre es außer mir nur ein weiterer, so könnte ich schon völlig zufrieden sein. Versteht Ihr, was ich meine?

In meinem fünfzigsten Lebensjahr betrachte ich die Welt und sehe viele Dinge, die mir nicht gefallen: Die Gewalt, den Materialismus, die Orientierungslosigkeit eines Teils der jungen Menschen, den Mobilitätswahn, das Allesimmergleichhabenmüssen. Ich bewege mich derzeit in kleinen Radien, lasse die Horizonte Horizonte sein. Ich habe in meinen jungen Jahren einen Teil der Welt gesehen. Es zieht mich nicht mehr allzu sehr hinaus, und schon gleich gar nicht in irgendwelche Flugzeuge, die mich in einer Irrsinnsgeschwindigkeit in die Stratosphäre katapultieren, wo ich nicht hingehöre, und auf Inseln in riesige Weltmeere, wo ich nicht zu Hause bin. Ich spüre diese Geschwindigkeit in mir nicht. Ich habe den Eindruck, dass das Tempo immer wahnsinniger wird, dass Dinge einen immer größeren Stellenwert einnehmen, dass wir in immer schockierenderem Tempo diesen Planeten zerstören. Und dass das laute Schwarz-Weiß-Denken unserer Zeit all die zarten Zwischentöne und Farben  immer mehr zuschüttet.  Wenn ich unterrichte ist es aber nicht das, was ich den jungen Leuten vermittle. Ich will hoffen, dass Wissenschaft und Technik die Kernprobleme lösen werden. Ich will glauben, dass die Menschen nicht nur reich an Geld- sondern auch an Empathie- und Verantwortungskapital sind. Und ich weiß natürlich, dass ich den allergrößten Schatz der Jungen nicht bedrohen darf: den Optimismus. Und natürlich muss jeder Mensch frei sein, die eigenen Erfahrungen machen dürfen. Die Freiheit ist der größte Wert, das erste Menschenrecht!

Auf meinen Spaziergängen hier am Albtrauf entdecke ich derzeit Steine in vielen wunderschönen Formen. Manchmal nehme ich einen mit nach Hause und stelle abends eine Kerze davor. In diesem Moment gibt es nichts Schöneres. Und  wenn ich es geschafft habe, zuvor abzuschalten, etwa auf einer langen Wanderung, dann entfliehen meiner Seele mitunter ein paar Sätze. Und eine Melodei. Und dann gibt es vielleicht einen neuen Song. Dann ist das Leben traumhaft schön…

Schickt mir doch mal ein paar seelige Gedanken!

Ich grüße Euch sehr herzlich,

Paulson (23/04/07)

Ihr lieben Leute,

Schön, dass Ihr diese Seite besucht. Es ist höchste Zeit, dass ich mich mal dafür bedanke!!! Also, fühlt Euch virtuell geknutscht!!! Auch für die vielen positiven Reaktionen auf meine Songs, auf die Konzerte. Auch die Gestaltung dieser Homepage wird viel gelobt. Sven Brandelik ist dafür verantwortlich, einer der Organisatoren der Balinger Open Stage, die am 21.4. wieder steigen wird. Ich kann Euch diese Veranstaltung nur wärmstens ans Herz legen. Da wird es keine Minute langweilig, das kann ich Euch versprechen.

Zur Zeit ist Konzertpause. In der Schule steht für mich gleich in drei Fächern das Abitur an. Die nächsten Monate werde ich zudem versuchen, ein paar neue Songs aufzunehmen. Dann auch noch Konzerte zu machen wäre einfach too much. Aber ich bin gerade dabei für den Herbst und den nächsten Winter Konzerte zu planen.

Apropos „Winter“. Kann man´s fassen? Meine Lieblingsjahreszeit fällt einfach mal so ins Wasser! Ich denke mal, die meisten von Euch werden sich freuen, wenn das Grün nun bald wieder aus allen Zweigen und Böden nur so herausplatzt. Ich hab noch nicht genau herausgefunden warum, aber ich mag den Frühling nicht besonders.
Die drei anderen Jahreszeiten sind mir lieber. Komisch, oder? Hat einer da draußen eine Erklärung, was da bei mir los ist?

Ja, die Aufnahmen werden wieder spannend sein. Zunächst nehme ich ganz alleine in meinem winzigen Studio in der Junginger Fabrik auf. Und so ab dem Sommer werde ich dann die Musiker dazuholen, die den Liedern noch das gewisse Etwas geben werden. Wer es sein wird, und welche Instrumente, das bleibt offen. Mal sehen, wem ich begegne in den nächsten Monaten. Natürlich werden Beefy und Andy mitmischen. Und Mia wird auf jeden Fall wenigstens dies eine Lied ganz alleine singen. Mensch, ich freu mich auf mein nächstes „Baby“, es wird das fünfte sein, aber nicht vor Frühjahr 2008 auf die Welt kommen. Übrigens: irgendeiner hat irgendwann mal gesagt: „Publication is the male equivalent to childbirth.” (zu deutsch etwa: „Publikation ist die männliche Entsprechung zum Kinderkriegen“) Hat mir gefallen der Spruch.

Die englische Version dieser Seite lässt immer noch auf sich warten. Ich denke aber, dass der Rest der Welt ganz gut ohne Paulson überleben wird! Auch wenn sie nicht wissen, was ihnen entgeht! 😉

So, Leute, es bleibt mir jetzt nur noch, Euch eine gute Zeit zu wünschen.

Big hug for all!

Paulson (15.3.07)

Hi!

And welcome to the year 2007!

Hättet Ihr gedacht, dass Ihr so alt werdet? Damals mit 20? Ich wusste zwar, dass ich im Jahr 2000 42 Jahre alt sein würde, doch aus damaliger Sicht war es das dann auch. „Zweiundvierzig“ klang astronomisch alt. Jetzt wäre ich froh, wenn ich nochmal so jung wäre! Well, gegen das biologische Programm kann man nichts machen, kann man? Ich tröste mich damit, dass ich heute das Leben viel intensiver wahrnehme, dass ich viel mehr checke als damals. Endlich den Mut und die Muse habe in meine Seele zu schauen. Sehr tief bin ich zwar noch nicht vorgedrungen, aber wenigstens hab ich damit begonnen. Trotz der neuesten Erkenntnisse der Gehirnforschung, die mir einreden will, dass ich ein willenloser Automat  bin. Trotz der neoliberalen „Verdinglichung“ globalen Menschen. Oder vielleicht auch gerade deshalb…

Sollte das hier irgendjemand lesen, so würde es mich schon interessieren, was ihr so denkt. Was macht den Menschen zum Menschen? Was eigentlich ist die Seele? Was macht das Leben lebenswert? Wenn Euch dazu was einfällt und Ihr es mitteilen wollt, dann schreibt mir bitte über „contact“ eine mail, würde mich freuen.

Habt Ihr´s mitbekommen? 2007 ist das Jahr der Geisteswissenschaften. Diese setzen den „Nützlichkeitsstudiengängen“, die dem Verwertungseifer der globalisierten Menschheit angeblich viel mehr nutzen, die Menschlichkeit entgegen. Was wäre es denn eigentlich für eine Welt, in der wir nichts mehr über den Menschen erfahren würden in Disziplinen wie Philosophie, Pädagogik oder Psychologie? Wer würde dann die Welt deuten? Darf man diese Welt den Betriebswirten und Wertpapierstrategen überlassen? Sie hätte bald den Charme von Aktionärsversammlungen! Friiiiiiiiiiiiiiiier!!! Dieser Komplex aus Wissenschaft, Technik und Tabellen würde die Menschheit irgendwann todrechnen.  Die Geisteswissenschaften erschaffen ein enorm wichtiges Produkt: Sie bieten moralische Orientierung im Dschungel von globalem Markt, Internet, im Auflösungsprozess der großen Sinnsysteme Religion, Familie, Ideologien. Sie begleiten die rasanten technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen und helfen dem modernen Menschen im Kampf um Märkte und individuellem Überlebenskampf seine Selbstachtung zu behalten.

Auch Kunst und Kultur tragen ihren wichtigen Teil dazu bei. Deshalb ist es unverantwortlich, in den Schulen nur Fächer zu unterrichten, die angeblich „was bringen“. Gerade Maschinenbauer, Computerspezialisten und Werbedesigner brauchen die allgemeinbildenden Fächer am meisten. Natürlich machen die denen wenig Spaß. Aber ohne sie drohen sie zu naiven Handlangern der Globalisierer zu werden. Warum lassen wir uns das eigentlich gefallen, dass unseren Kindern kein vernünftiges Angebot an Wahlfächern angeboten wird? Dass sie in Schulklassen von mehr als dreißig Schülern gestopft werden? Warum halten wir es aus, dass uns Leute, die selbst Stundenlöhne von tausend Euro einstecken erklären, dass es eben Jobs gibt, die nicht zum Überleben langen, und dass der Staat da was drauflegen muss, und dass Mindestlöhne wirtschaftlich unsinnig seien? Warum regen wir uns über einen abgeschossenen Braunbären auf und ertragen es gleichzeitig, dass jeden Tag zigtausend Menschen verhungern oder  tausende alter Menschen in Pflegeheimen verwahrlosen und sterben ohne dass ihnen jemand dabei die Hand hält? Weil es Fußball gibt, und Formel Eins und Günther Jauch??? Warum quälen wir tausende von Schülerinnen und Schülern mit Mathematik ab Klasse 11, entlassen sie aber ohne Kenntnisse in vielen Bereichen, die im Leben viel wichtiger sind als Logarithmen oder wie die Dinger heißen?

Ihr merkt schon, ich rege mich auf, und könnte das noch eine ganze zeitlang, höre aber jetzt auf damit. Ich geb ja auch zu, dass ich in Mathe ziemlich schlecht war!

Back to my music: Die Auftritte in Bad Urach und im Balinger Bären waren Klasse, es macht riesigen Spaß mit Beefy und Andy zu soulen und zu rocken. Danke auch an Mia, Oli und Artur, die das Programm wirklich bereichern. Und an alle, die zu unseren Konzerten kommen! Ich freue mich schon auf die nächsten Autritte und auf weitere Aufnahmen mit diesen tollen Musikern! Bei beiden Gigs haben wir Fotos gemacht (Danke Gabi und Klaus-Peter!). Unter der neuen Rubrik „gallery“ könnt Ihr sie anschauen.

Und hier noch zwei Tipps: Am 21.4. steigt wieder eine Balinger Open Stage. Dies ist die von Sven Brandelik und seinen Freunden veranstaltete Talentshow. Dort könnt Ihr zuschauen und zuhören oder eben selbst mitmachen. Näheres  und Anmeldung unter www.4fun-online.de. Auf meiner Link-Seite gibt es auch einen neuen Link zur Hauptband von Andy Schoy. Adresse ist www.dizzy-bee.de.

Bis bald,

Paulson (25/1/07)