Der Meister


Der Meister wird 70. Er ist der größte, der beste, der bekannteste aller Singer-Songwriter – darüber gibt es kaum mehr eine Diskussion. Er ist der schrägste, poetischste, der wandlungsfähigste, und der mit dem größten Werk. Und er ist auch derjenige, der von allen am eigenartigsten klingt. Die Kritiker streiten sich noch immer, ob es sich bei dem, was da singt, tatsächlich um eine Stimme handelt. Ist auch egal. Er ist der Meister, und er wird es für alle Zeiten bleiben. In kaum einem Genre ist die Rolle des Größten derart unumstritten.

Mich selbst hat Dylan auf die Songwriterspur gebracht, den Hype um Robert Zimmermann konnte ich allerdings nie nachvollziehen. Es gibt ja wandelnde Dylan-Kopien, Fachleute, die jede einzelne Zeile sofort einem Song zuordnen können. Und es gibt auch solche, die in seinem Müll geschnüffelt haben, sozusagen in den Exkrementen des Halbgotts.

Ich lernte ihn mit sechzehn Jahren kennen, lange nachdem er schon groß war, und noch lange vor den schnellen Zeiten des Internet. Damals hatte ich gerade in Ulm mit der Leichtathletik begonnen, und  mein Sportskollege Dietmar kam immer mit Gitarre zum Training, sie war ihm sozusagen am Bauch festgewachsen. Er spielte damals Songs wie It Ain´t Me Babe, Mr Tambourine Man, It´s All Over Now Baby Blue. Dabei lief er durch die Gegend und verputzte aus dem Mundharmonikaständer heraus seine Wurstbrote. Ich Landei fand den ein Jahr Älteren aus der Stadt und die Musik wohl sehr cool.  Zeitgleich  schenkte mir der gitarrespielende Freund meiner Schwester meine erste Klampfe. Und das war er dann, der Anfang vom Paulson.

Bis demnächst!

Paulson


This entry was posted on Dienstag, Mai 24th, 2011 at 14:53 and is filed under 2011. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.