jahr des menschen

burg bei nacht 20-12-15

schön lag sie da, die burg, am frühen gestrigen abend, und über ihr der zunehmende mond. am ersten weihnachtstag wird es wieder ein voller sein.

das jahr geht zu ende. es wird behauptet, es sei ein besonderes gewesen. das glaube ich nicht. jedes jahr ist besonders. es kommt auf den blickwinkel an und wo auf der erde man lebt. betrachtet man alle menschen als gemeinschaft, dann war es wohl ein jahr wie jedes andere. nur das tempo wird immer rasanter, man könnte sagen: die welt dreht sich immer schneller. oder ist auch das falsch?

und immer mehr produkte. in allen lebensbereichen von allem immer noch mehr. hunderte von fernsehprogramme, millionen solcher internetseiten. wenn ich durch die tv-kanäle zappe und diese unterirdische qualität über mich ergehen lasse, dann frage ich mich, wie es so weit hat kommen können. aber es war wohl noch nie anders. ist halt der mensch, der sich mit den jeweils weiterentwickelten technischen möglichkeiten jeweils anders äußert. und es sind ja auch immer neue menschen und generationen, die da am machen sind und die das vergangene nicht kennen. neben vielem gutem ist das meiste aber einfach nur grausam schlecht und im netz wird es nicht bedeutend anders sein.

es gibt allerdings zwei lebensbereiche, in denen wir in allerkürzester zeit unglaubliche fortschritte machen: in der technik und beim konsum. in anderen bereichen sind wir nicht ganz so stark, etwa bei nachhaltigkeit, achtsamkeit, menschlichkeit, globaler gerechtigkeit, armutsbekämpfung, bildung, geburten-kontrolle, umweltschutz, konfliktmanagement, selbsterkenntnis… es sind alles dinge, die der päckchen-kleinlaster nicht bringen kann, eben weil es keine dinge sind. öl fördern, straßen und flugzeuge bauen ist eben so viel einfacher als dieses andere zeugs… und es lässt sich so wenig damit verdienen, das kommt noch erschwerend hinzu.

neben der vielen gewalt – es gab sie schon immer, nur hat sie uns in diesem jahr unmittelbarer betroffen als sonst – gab es auch vieles, das hoffnung macht. das hässliche und das schöne, sie gehören wohl zum menschen wie all das andere auch. man könnte sagen: es war wieder ein jahr des menschen. seit einigen jahrhunderten war jedes jahr ohne ausnahme ein jahr des menschen. wir sind das tier, das sich exklusiv mit würde ausgestattet hat und alle anderen arten nur ausnützt. es braucht schon sehr viel selbstliebe und jede menge kulturelle überzeugungsarbeit, um solches zu tun. aber statt dass wir besonders sind, wie wir behaupten, sind wir für den planeten nur besonders schädlich. natürlich auch für uns selbst. aber nicht einmal das sorgt uns mehr als der benzinpreis.

die klimabeschlüsse von paris sind ein ermutigendes zeichen, aber wer von uns ist denn schon bereit, sein verhalten tatsächlich zu ändern? wir warten, bis uns die politik diszipliniert… und dann beschimpfen wir die dafür verantwortlichen und wählen sie wieder ab.

an dieser stelle halte ich inne, ich erspare euch weitere gedanken. dass ich mich um den menschen und den ganzen rest sorge, habt ihr eh verstanden. und man soll ja positiv denken, so wie die kanzlerin. wir schaffen das! ich kann mich ehrlich gesagt noch nicht ganz entscheiden: ist sie nun leichtsinnig? oder wahnsinnig? oder doch außergewöhnlich menschlich? ich will angesichts der kalten politik von cameron, orban, szydło und konsorten unbedingt an letzteres glauben. um diese zeit im jahr ist der glaube ohnehin angesagt. angela, die engelin, meine ganz persönliche heldin des jahres!

ich wünsche euch einen stillen und heilsamen jahreswechsel, von welcher insel aus auch immer ihr das hier gelesen habt.

ohne die liebe wären wir alle ziemlich arm.

und noch eines weiß ich: das leben ist genial. lebt es gut.

hier kommt noch zweimal sting.

cheers,

paulson

https://www.youtube.com/watch?v=gRicXz4RxKw

https://www.youtube.com/watch?v=HTQgKBPQkf0


This entry was posted on Montag, Dezember 21st, 2015 at 21:38 and is filed under 2015. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.