Von Feen und anderen Flugobjekten


Für den zum Bodenwesen verdammten gemeinen Menschen ist das Fliegen ein Faszinosum. Und so versucht er es, das Fliegen, virtuell und in echt.

Neulich flog ich mit dem Rad zum See, und man sah sehr schön die Berge. Diese Alpenkette, sie fasziniert mich schon immer, und irgendwann würde ich gerne mehr in ihrer Nähe wohnen. Der Mensch ist ein Sehnsuchtswesen. Und der Himmel an dem Tag war eigentlich perfekt. Eigentlich!

Was war passiert? Nun, das so genannte Flugaufkommen in unserem Land hat inzwischen dermaßen zugenommen, dass es Tage gibt, an denen einem die künstliche Bewölkung aus Kondensstreifen das Blaue raubt. Und so waren wir zumindest am Vormittag um den in diesen Tagen so raren Sonnenschein betrogen. Auch der Verkehr am Boden nimmt noch immer stark zu. Inzwischen gibt es bei uns mehr Motorfahrzeuge als Einwohner. Der Trend geht wohl zum Zweitfahrzeug. Und die für die grenzenlose Mobilität notwendige Infrastruktur verändert immer mehr unsere Städte und Landschaften. Der von  vielen so bewunderte Formel Eins-Weltmeister und die Erotik der Motoren im Autoland lassen nicht gerade auf ein Ende des Wahnsinns hoffen. Ja, und die Kondensstreifen und diese Flucht nach Süden: Die Menschen arbeiten sich zutode, produzieren, transportieren und konsumieren wie die Verrückten, und opfern dafür immer mehr ihre Naherholungsgebiete dem sogenannten Lebensstandard; um dann einmal im Jahr – der Trend geht aber zum Zweitflug – in die weit entlegenen Sehnsuchtsparadiese zu düsen.

Und während ich so unter meinem Kondensstreifenschleierwolkenhimmel saß und schrieb und darauf wartete, dass der Dreck auf mich niederrieselte, kam mir doch ein schöner Gedanke: Vielleicht führen diese Paradiesflieger den Klimawandel ja gar nicht herbei, sondern verhindern ihn sogar! Denn wenn sie da ganz weit oben so einen raffinierten Schleier legen, auf ihrem Flug nach Tausendundeine Nacht,  dann kann sich doch das Klima hier unten gar nicht mehr erwärmen. Ist doch logisch, oder? Billigflüge sind also in Wirklichkeit eine geheime wirtschaftspolitische Maßnahme zur Verhinderung der Erderwärmung und tragen so zur Rettung des Planeten bei. Genial, oder? Man sollte also auf keinen Fall vorschnell urteilen.

Auch beim Singer-Songwriter Paulson wimmelt es ja nur so von Flugobjekten. Ob angels, fairies, birds, ob ghosts oder demons – auch in meinen Songs wird geflogen was das Zeug hält. Diese märchenhaften Flügelwesen aus dem swabian skies-seelenkino sind die Symbole des Ersehnten, Luftigen, Erhabenen, des Bösen und Bedrohlichen. Für jedes Gefühl ein bestimmtes Flugobjekt. Ich will das nicht näher erläutern, sonst wird´s kindisch. Jedenfalls versuche ich einfache und eingängige Songs mit klarenTexten zu schreiben, und diese Bilder helfen mir dabei. So wie ein schönes voicing auf der Gitarre. Akkord, Rhythmus, Text und Stimme, wenn die vier zusammen passen, und das drei Minuten lang, dann ist´s ein guter Song. 😉

Und diese Songs wird es bald auch wieder live geben. Die Konzerttermine findet Ihr jetzt wieder unter Concerts. Näheres demnächst.

Bis dann,

Paulson

This entry was posted on Sonntag, April 8th, 2012 at 23:36 and is filed under 2012. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.